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Die "Merktschees"

» Beitrag vom 21.04.2006     © Peter Buck

© Peter Buck
Diese Merktschees ist über 100 Jahre alt

Die Merktschees ist ein uraltes Transportmittel, welches hierzulande in der Ortenau seit ewigen Zeiten das Dorf- und Stadtbild beherrscht hat. Sie heißt so im Dialekt, was auf hochdeutsch dem Wort Marktchaise, also einer deutsch-französischen Wortschöpfung entspricht und damit die überwiegende Bestimmung andeutet.

Universell einsetzbar dient sie noch heute dazu, um Gartenprodukte auf den Markt zu bringen oder von dort zu holen, als Kinderwagen, als Gehhilfe für behinderte Personen, zum Befördern von Wäsche auf die Bleiche oder volle Gießkannen in den Garten zu kutschieren. Wenn man Krautsköpf zum "Krutschnieder" fahren wollte, hieß das Gefährt auch "Krutschees". Bei uns in Zunsweier gab es früher einen Waschmittelvertreter, der in seiner Schees von Haus zu Haus Persil zum Verkauf angeboten hat.

Die Konstruktion ist so alt wie altbewährt. Als "Karosserie" dient ein viereckiger Korb, der durch einen Holzrahmen verstärkt und auf einem Eisenrahmen federnd gelagert ist. Dieser Rahmen hat zwei Achsen mit je zwei vollgummibereiften, meist rot lackierten Blechrädern. Ein gedrechselter Holzgriff dient zum Schieben der Schees, wobei durch Drücken auf die eine oder andere Seite ein ziemlich großer Drehkreis erzwungen wird.

Die Merktschees hat heute immer noch nicht ausgedient. Ihr sollte man einen Ehrenplatz als Kultobjekt in den Geschichten über das Volksleben in unserer Region reservieren.