Zunsweierer Ziebärtle
» Beitrag vom 28.07.2006 © Peter Buck

Zibarte (Prunus domestica ssp. prisca)
Unreife Früchte etwa in natürlicher Größe, aufgenommen in einer Zunsweierer Obstanlage
Zibärtle nennt man hier im Badischen den Schnaps aus der Zibarte, der wilden Bergpflaume, auch Gallerpflume oder Scheißpfläumle genannt.
Die ebenso vulgäre Bezeichnung "Schnaps" hat das feine Getränk allerdings nicht verdient.
Ist doch der Geschmack vom feinsten, an Mandeln und Marzipan erinnernd, aber sonst mit nichts vergleichbar.
Als dorniger, strauchartiger Baum war das Gewächs schon fast in Vergessenheit geraten, hätte man nicht in den letzten 80er Jahren die "Königin der Edelbrände", das Zibärtle neu entdeckt.
Die Früchte sind von bitterherbem Geschmack, klein wie Kirschen, reifen dunkelviolett und zählen zu den unveredelten Urpflanzen Mitteleuropas aus spätkeltischer Zeit. Die Ortenau ist einer der seltenen Standorte, wobei Zunsweier mit bescheidenen Beständen beiträgt. Die Ernte findet in der Regel nach dem ersten Frost statt, wenn die Früchte heruntergeschüttelt werden können. Das Endprodukt Zibärtle ist ein Hochgenuss für Kenner. Fachleute raten zur Trinktemperatur von 16 bis 18 Grad C., damit das Aroma sich entfalten kann.
Zum Wohlsein!

