Topinambur, in Zunsweier kein Fremdwort
» Beitrag vom 02.08.2006 © Peter Buck Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern
(1) als Gemüse
(2) Blütenstand
(3) Knollen
(4) bis zu 3 m Höhe
(5) Ernte von Hand
(6) mit Kartoffelroder
(7) TopinamburAnfang des 17. Jahrhunderts brachten französische Seefahrer die Topinambur-Knolle aus Amerika mit nach Europa. Den Namen gaben sie ihr nach dem Indianerstamm der Tobinambas und schätzten sie als Speise- und Futterpflanze.
Doch dann wurde sie Anfang des 19. Jahrhunderts von der Kartoffel verdrängt. Erst neueste biogenetischen Erkenntnisse über die gesundheitlichen Heil- und Vorbeugeeigenschaften und die Wiedererkennung des außergewöhnlichen nussigen Geschmackes verhalfen dem Tombinambur zu einer Renaissance.
Topinambur als Gemüse (1) ist ein hervorragender Regulator für den Verdauungstrakt ohne Nebenwirkungen.
Mineralstoffe, Spurenelemente wie Kalium, Eisen, Magnesium, Phosphor und Calzium fördern die Körperfunktionen von Muskeln und Nerven.
Eine breite Vitaminpalette sowie hohe Ballaststoffanteile lassen die Knolle zum besonders hochwertigen Diätgemüse zählen.
Die Pflanze ist mit der Sonnenblume (2) verwandt, nur hat sie kleinere, etwa handtellergroße Blüten und wächst aus kartoffelähnlichen Knollen (3) mit brauner, violetter, gelber oder roter Schale, aber immer mit weißlichgelbem Fruchtfleisch hervor, eine Höhe von bis zu 3 Meter (4) erreichend.
Geerntet wird im November bis April, sofern der Boden nicht gefroren ist, auf kleinen Äckern von Hand mit der Hacke (5), auf großen Feldern mit dem Kartoffelroder (6).
Topinambur ist in Zunsweier kein Fremdwort, allerdings eher im Hinblick auf die flüssige Form, dem hierorts Rossler genannten Schnaps aus der tollen Knolle.
Rosskartoffelfelder findet man im Herbst in voller Blüte rund um das Dorf Zunsweier und in mancher hiesigen Brennstube kann man sich eine Nase voll von dem nussigsüßen Duft abholen.
Zum Trinken (7) allerdings bedarf es einer gewissen Gewöhnung. Der "Topi", wie er auch kurz genannt wird, ist nicht jedermanns Sache, aber gesund ist er allemal, so gesund wie die Knolle als Gemüse.
Diabetiker tun sich was Gutes an, wenn sie ihn als Medizin betrachten, denn das ist er auch. Man kann sich an das typisch badische Getränk aber schnell gewöhnen.

